Der Vorsitzende der südkoreanischen Finanzaufsichtsbehörde (FSC), Lee Eog-weon, gab bekannt, dass sich die Behörde in der Endphase der Ausarbeitung eines Gesetzes zur Regulierung von Stablecoins befindet. Der Gesetzentwurf soll bis Ende dieses Jahres der Nationalversammlung vorgelegt werden. Eine der wichtigsten Initiativen ist ein Verbot von Zinszahlungen auf Stablecoins.
Vergleich mit der US-Gesetzgebung
Diese Initiative ähnelt dem in den USA geltenden GENIUS Act, der Stablecoin-Emittenten verbietet, Token-Inhabern Zinsen anzubieten. Ziel dieses Gesetzes ist es, klar zwischen Zahlungs-Stablecoins und Bankeinlagen zu unterscheiden. Der GENIUS Act wurde von US-Banken kritisiert, da sie befürchten, dass die Möglichkeit, für das Halten von Stablecoins an Kryptobörsen Prämien zu erhalten, zu einem Abfluss von Einlagen bei traditionellen Banken führen könnte.
Die Rolle von Banken und Fintech-Unternehmen in Südkorea
Lee Yeog-won betonte, dass Stablecoins ausschließlich von Banken ausgegeben werden sollten, während Fintech-Unternehmen lediglich als technische Partner fungieren sollten. Nach den neuen Vorschriften ist es Kryptowährungsbörsen in Südkorea untersagt, eigene Stablecoins auszugeben. Die FSC plant außerdem, Bestimmungen in die Gesetzgebung aufzunehmen, die die Verwendung von Stablecoins für Zahlungen und Überweisungen, einschließlich internationaler Transaktionen, ermöglichen.
Anforderungen an Emittenten
FSC-Vizevorsitzender Kwon Dae-young schlug vor, eine Mindestkapitalanforderung für Stablecoin-Emittenten von 5 Milliarden Won (ca. 3,52 Millionen US-Dollar) festzulegen. Die Regulierungsbehörde könnte von den Emittenten verlangen, mehr als 100 % ihrer Reserven in hochliquiden Vermögenswerten wie Staatsanleihen zu halten. Die vorgeschlagenen Vorschriften umfassen außerdem die Lizenzierung von Emittenten, Anforderungen an die Verwaltung von Reserven, Garantien für Nutzerrücknahmerechte und die Einhaltung internationaler Regulierungsstandards.
Verschärfte Regulierung von Kryptowährungskrediten in Südkorea
Im September verschärfte die FSC die Regulierung von Kryptowährungskrediten und verlangte, dass die Zinssätze 20 % nicht überschreiten. Die Kommission begründete diese Maßnahmen mit der Notwendigkeit, Anleger vor Betrug und den mit der Volatilität des Kryptowährungsmarktes verbundenen Risiken zu schützen.
Fazit
Südkorea unternimmt daher bedeutende Schritte zur Regulierung von Stablecoins, um ein sicheres und transparentes Finanzumfeld zu schaffen. Das Verbot von Zinszahlungen und die strengen Anforderungen an Emittenten könnten den Markt für digitale Vermögenswerte des Landes erheblich verändern und so den Verbraucherschutz und die Stabilität des Finanzsystems gewährleisten.