Transparenz statt Hype: Südkorea nimmt Finanz-Influencer an die Kandare
Südkorea unternimmt einen entscheidenden Schritt, um die Kryptosphäre von Manipulationen zu reinigen. In der Nationalversammlung wurde ein Gesetzentwurf eingebracht, der die Spielregeln für „Finfluencer“ grundlegend ändern wird – Blogger und Experten, deren Ratschläge in sozialen Netzwerken Millionenströme lenken.
Der Abgeordnete Kim Sung-won von der Demokratischen Partei Koreas legte einen Entwurf für Änderungen am Kapitalmarktgesetz und am Gesetz zum Schutz der Nutzer virtueller Vermögenswerte vor. Das Hauptziel der Initiative besteht darin, Privatanleger vor versteckter Werbung und unredlichen Empfehlungen zu schützen.
Offenlegungspflicht für Vermögenswerte und Provisionen
Nach den neuen Regeln sind Personen, die regelmäßig Anlageberatung leisten oder Einkünfte aus Finanzinhalten erzielen, verpflichtet:
Die Höhe der erhaltenen Provisionen öffentlich offenzulegen, die sie für die Bewerbung bestimmter Token oder Aktien erhalten haben.
Daten über ihre eigenen Bestände zu veröffentlichen, unter Angabe der Arten und Mengen der Kryptowährungen, die sie besitzen.
Dies soll Situationen verhindern, in denen ein Blogger zum Kauf eines Vermögenswerts aufruft, den er selbst auf dem Höhepunkt der Popularität wieder verkaufen will („Pump and Dump“). Technische Details zur Umsetzung des Gesetzes werden durch ein Präsidialdekret präzisiert.
Harte Sanktionen bei Verschweigen von Informationen
Südkoreas Aufsichtsbehörden belassen es nicht bei Warnungen. Die Nichteinhaltung der Offenlegungspflichten zieht schwerwiegende Konsequenzen nach sich. Den Tätern drohen Bußgelder, die den Sanktionen für Marktmanipulation und Front-Running entsprechen.
Der Gesetzentwurf soll die Informationsasymmetrie beseitigen – Situationen, in denen Meinungsführer Insiderwissen oder finanzielle Motivationen haben, von denen ihre Follower nichts ahnen.
Ausmaß des Problems: Zwölffaches Marktwachstum
Die Notwendigkeit der Regulierung wird durch offizielle Statistiken belegt. Von 2018 bis 2024 stieg die Zahl der Anträge auf Anlageberatungsdienste in Südkorea von 132 auf 1.724.
Globaler Trend zur Regulierung
Südkorea steht mit seinen Bemühungen um Ordnung nicht allein da. Regulierungsbehörden weltweit verschärfen die Aufsicht über Finanzinhalte:
Großbritannien (FCA): hat die Anforderungen an die Werbung für Hochrisiko-Vermögenswerte in sozialen Medien verschärft.
USA (SEC): verfolgt aktiv Prominente wegen Schleichwerbung für Kryptoprojekte ohne Offenlegung ihrer Vergütung.
Fazit für Anleger: Die Ära des „Wilden Westens“ in den sozialen Medien neigt sich dem Ende zu. Die neuen Regeln werden den koreanischen Markt transparenter und sicherer machen und soziale Plattformen von Risikozonen in Quellen verifizierbarer Informationen verwandeln.