Neue Steuervorschriften für Krypto-Unternehmen treten in Großbritannien am 1. Januar 2026 in Kraft, wie Schatzkanzlerin Rachel Reeves bekannt gab. Diese Vorschriften wurden bereits im Mai von der britischen Steuerbehörde (HM Revenue and Customs Revenue Commissioner, HMRC) vorgeschlagen und zielen darauf ab, die Kontrolle der Steuereinnahmen aus Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten zu verbessern.
Neue Anforderungen für Krypto-Unternehmen
Gemäß den neuen Vorschriften müssen Unternehmen, die mit digitalen Vermögenswerten arbeiten, Informationen über alle ihre Nutzer in Großbritannien erfassen, sowohl über natürliche als auch juristische Personen. Krypto-Dienstleister sind verpflichtet, folgende Informationen von ihren Kunden anzufordern:
- Name
- Geburtsdatum
- Wohnanschrift
- Wohnsitzland
- Firmenname
- Eingetragene Adresse
Krypto-Unternehmen sind für die Richtigkeit der von ihnen erfassten Informationen verantwortlich. Die HMRC hat zugesagt, detailliertere Leitlinien für die Durchführung von Prüfungen personenbezogener Daten bereitzustellen, um die Einhaltung der neuen Vorschriften zu gewährleisten.
Frist für die Datenübertragung
Die erhobenen Daten müssen bis 2027 auf Grundlage der Ergebnisse von 2026 an die britische Steuerbehörde HMRC übermittelt werden. Die HMRC beabsichtigt, diese Daten zur Prüfung von Steuererklärungen und zur Identifizierung von Personen zu verwenden, die möglicherweise Gewinne aus Kryptowährungen falsch angegeben haben.
Strafen bei Nichteinhaltung
Die HMRC warnt, dass die Nichteinhaltung der neuen Regeln sowie die Abgabe ungenauer, unvollständiger oder nicht verifizierter Steuererklärungen zu Geldstrafen von bis zu 300 £ (ca. 401 $) führen können. Die HMRC ist überzeugt, dass dies zur Verhinderung von Steuerhinterziehung beitragen wird.
Erwartete Haushaltseinnahmen
Mit der Einführung der neuen Regelungen hofft die britische Steuerbehörde HMRC, bis April 2030 315 Millionen Pfund (ca. 417,3 Millionen US-Dollar) für den Staatshaushalt einzunehmen. Die Behörde schätzt, dass diese Mittel ausreichen, um die Gehälter von 10.000 frisch examinierten Pflegekräften für ein Jahr zu decken.
Rechtsschutz für digitale Vermögenswerte
Das Vereinigte Königreich hat kürzlich ein Gesetz verabschiedet, das digitale Vermögenswerte als persönliches Eigentum anerkennt. Dies bedeutet, dass Besitzer von Kryptowährungen nun im Falle des Diebstahls ihrer Krypto-Vermögenswerte auf Rechtsschutz zählen können. Dieser Schritt unterstreicht die wachsende Akzeptanz von Kryptowährungen und digitalen Vermögenswerten im britischen Rechtssystem.