Der jüngste britische Haushalt lässt die grundlegenden Regeln für die Besteuerung von Kryptowährungen unverändert, verkompliziert aber die Lage für Händler. Gleichzeitig signalisiert die britische Steuerbehörde HMRC eine umfassende Überprüfung des Steuersystems für dezentrale Finanzen (DeFi), einschließlich Kreditvergabe und Liquiditätsbereitstellung.
Keine Steuern, aber der Druck wächst
Schatzmeisterin Rachel Reeves führte im Haushalt 2025 keine separaten Abgaben für digitale Vermögenswerte ein. Das Dokument sieht keine neuen Steuern auf den Handel, den Besitz oder die Nutzung von Kryptowährungen vor. Die indirekte Belastung für Anleger wird jedoch weiter steigen.
Die Regierung hat den Stopp der Anhebung der Einkommensteuerfreibeträge um weitere drei Jahre verlängert. Dies bedeutet, dass mit steigenden Nominalgehältern immer mehr Bürger in höhere Steuerklassen fallen. Diese Situation betrifft auch aktive Händler, deren Transaktionseinnahmen zu ihren Hauptgewinnen hinzugerechnet werden, was zu erheblichen Steuerverbindlichkeiten führen kann.
Der abzugsfähige Betrag der Kapitalertragsteuer (KESt) bleibt auf einem historisch niedrigen Niveau. Infolgedessen müssen selbst geringe Gewinne aus dem Verkauf von Vermögenswerten deklariert werden. Gleichzeitig implementiert Großbritannien globale Standards für den Datenaustausch, und ab 2026 werden Börsen detaillierte Kundendaten an die britische Steuerbehörde HMRC melden, wodurch die Kontrolle der Steuerpflichten von Händlern verstärkt wird.
Überarbeitung des Ansatzes für dezentrale Finanzen
Das Finanzamt hat die Ergebnisse einer Konsultation zu Kreditvergabe und Staking im DeFi-Sektor veröffentlicht. Die Behörde reagierte damit auf Kritik, die nach der Veröffentlichung von Leitlinien im Jahr 2022 aufkam. Diese behandelten jede Übertragung von Token an einen Smart Contract als Verkauf.
Marktteilnehmer wiesen darauf hin, dass solche Regeln nicht der wirtschaftlichen Realität entsprechen. Das derzeitige System führt zu einer übermäßigen administrativen Belastung für die Nutzer, was Investoren von einer Teilnahme an DeFi abhalten könnte. Daraufhin verwarf die HMRC die Idee, die für den Wertpapiermarkt geltenden Vorschriften zu übernehmen.
Die Behörde schlägt stattdessen die Einführung eines „No Gain, No Loss“-Konzepts (NGNL) vor. Dieser neue Ansatz berücksichtigt die Besonderheiten automatisierter Prozesse im DeFi-Bereich, wodurch die Steuerbelastung für Nutzer reduziert und die Steuererklärung vereinfacht wird.
Fazit
Die britische Steuerreform lässt die grundlegenden Regeln für die Besteuerung von Kryptowährungen unverändert, führt aber neue Herausforderungen für Händler ein. Gleichzeitig könnte ein überarbeiteter Ansatz zur DeFi-Besteuerung ein Schritt in die richtige Richtung sein und ein faireres und transparenteres System für Marktteilnehmer schaffen. Es ist wichtig, weitere Änderungen zu beobachten und sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen, um Steuerrisiken zu minimieren und Ihr Vermögen bestmöglich zu verwalten.