
Südkorea plant, seine Anti-Geldwäsche-Vorschriften auf Kryptowährungstransaktionen auszuweiten. Im Rahmen der neuen Maßnahmen will die Regierung die sogenannte „Crypto Travel Rule“ auf Überweisungen unter einer Million Won (umgerechnet etwa 680 US-Dollar) ausdehnen. Dieser Schritt reagiert auf die wachsende Besorgnis über illegale Finanzaktivitäten im Zusammenhang mit Kryptowährungen.
Das neue Gesetz und seine Auswirkungen
Die Ausweitung der Vorschriften folgt auf das Gesetz zum Schutz von Nutzern virtueller Vermögenswerte, das im Juli letzten Jahres in Kraft trat. Dieses Gesetz verbietet Insiderhandel, Marktmanipulation und illegalen Handel mit virtuellen Vermögenswerten und räumt den Aufsichtsbehörden erweiterte Befugnisse zur Überprüfung von Börsen und zur Verhängung von Bußgeldern bei Verstößen ein.
Kleinere Kryptowährungstransfers unter Beobachtung
Der Vorsitzende der Finanzdienstleistungskommission, Lee Ok-won, kündigte an, dass die Regierung aktiv gegen illegale Finanzaktivitäten im Zusammenhang mit Kryptowährungen vorgehen wird. „Wir werden Geldwäsche mithilfe von Kryptowährungen bekämpfen, indem wir die Travel Rule auf Transaktionen unter einer Million Won ausweiten“, sagte er auf einer Sitzung des Rechts- und Justizausschusses der Nationalversammlung.
Nach der bisherigen Regelung konnten Nutzer Überweisungen in kleinere Beträge aufteilen, um die Identitätsprüfung zu umgehen. Die neue Regelung schließt diese Lücke, indem sie Kryptowährungsbörsen verpflichtet, Informationen über Absender und Empfänger bei Kleinbetragsüberweisungen zu erfassen und weiterzuleiten.
Sperrung risikoreicher Offshore-Börsen
Im Rahmen der neuen Maßnahmen werden risikoreiche Offshore-Börsen zudem für südkoreanische Nutzer gesperrt. Diese Regelung zielt darauf ab, die zunehmende Nutzung von Kryptowährungen für Steuerhinterziehung, Drogenhandel und internationale Zahlungssysteme zu bekämpfen.
Fazit
Südkorea arbeitet aktiv an einer Verschärfung der Kryptowährungsregulierung und unterstreicht damit sein Engagement für ein sichereres und transparenteres Finanzumfeld. Neue Maßnahmen, die auf Kleinbetragsüberweisungen und Offshore-Börsen abzielen, verdeutlichen die Bedeutung der Bekämpfung illegaler Finanzaktivitäten und des Schutzes von Nutzern virtueller Vermögenswerte. Angesichts der zunehmenden Volatilität und Unsicherheit auf dem Kryptowährungsmarkt könnten solche Schritte erhebliche Auswirkungen auf die Zukunft der Kryptoindustrie im Land haben.



