Die französischen Behörden haben das Reiseverbot gegen Telegram-CEO Pavel Durov trotz laufender Ermittlungen gegen die Messaging-App vollständig aufgehoben, wie Bloomberg berichtet.
Haftverlauf
Durov wurde im August 2024 in Paris festgenommen und angewiesen, in Frankreich zu bleiben. Ihm wurden vorläufige Vorwürfe im Zusammenhang mit der Telegram-Plattform zur Last gelegt. Gemäß der Entscheidung vom 10. November wurde auch die Pflicht zur regelmäßigen Meldung bei der örtlichen Polizeistation aufgehoben. Eine mit dem Fall vertraute Quelle bestätigte diese Information gegenüber Bloomberg.
Ermittlungen dauern an
Laut der französischen Staatsanwaltschaft wird Durov vorgeworfen, den Betrieb einer Plattform unterstützt zu haben, die mutmaßlich illegale Transaktionen ermöglicht. Ihm drohen derzeit bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe von 550.000 US-Dollar. Telegram und Durov selbst haben die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen und betont, dass die Messaging-App den Branchenstandards und dem EU-Recht entspricht.
Kritik an den französischen Behörden
Trotz der laufenden Ermittlungen kritisiert Durov regelmäßig die französische Regierung und Präsident Emmanuel Macron persönlich für deren Politik, die er als repressiv empfindet. „Emmanuel Macron trifft die falschen Entscheidungen. Ich bin sehr enttäuscht. Frankreich wird schwächer“, sagte er.
Pavel Durovs Meinung
Im Oktober kritisierte Durov auch die EU-Initiative „Chat Control“ als „dystopisch“ und rief zum Kampf gegen solche Maßnahmen auf. Er merkte an: „Deutschland verfolgt jeden, der es wagt, Beamte online zu kritisieren. Großbritannien inhaftiert Tausende von Menschen wegen ihrer Tweets. Frankreich führt strafrechtliche Ermittlungen gegen diejenigen, die Freiheit und Privatsphäre verteidigen.“
Die Aufhebung des Reiseverbots gegen Pavel Durov eröffnet ihm somit neue Möglichkeiten für seine Aktivitäten, doch die Fragen im Zusammenhang mit den Ermittlungen bleiben relevant.