Kampf gegen „Mule-Accounts“: Warum Thailand die Aufsicht verschärft
In Thailand wurde eine massive Blockadewelle im Kryptosektor verzeichnet: Plattformbetreiber haben über 10.000 Konten eingefroren. Der Hauptgrund ist der Verdacht, dass Kontoinhaber sogenannte „Mule-Accounts“ zur Geldwäsche illegaler Erträge nutzen. Die Behörden des Landes sind in eine aktive Phase ihrer Strategie zur Bekämpfung von Cyberkriminalität und Geldwäsche durch digitale Vermögenswerte übergegangen.
Diese Massenbeschränkungen sind das Ergebnis der Einführung der „Speed Bump“-Maßnahme. Dies ist ein Mechanismus zur vorübergehenden Blockierung verdächtiger Transaktionen, der Regulierungsbehörden und Sicherheitsdiensten die nötige Zeit gibt, um die Rechtmäßigkeit des Kapitals zu prüfen.
Der Speed-Bump-Mechanismus: Wie er für Nutzer funktioniert
Die neue Kontrollmaßnahme konzentriert sich auf mittelgroße und große Transaktionen. Gemäß den Vorschriften gilt:
Blockadekriterien
Jede Überweisung in Höhe von 50.000 Baht (ca. 1.583 $) oder mehr unterliegt einer automatischen Aussetzung. Die Gelder werden für genau 24 hours eingefroren.
Zusätzliche Verifizierung
Während dieser 24 Stunden ist der Nutzer verpflichtet, eine verstärkte KYC-Prüfung (Know Your Customer) zu durchlaufen. In den meisten Fällen ist eine Videoverifizierung erforderlich, um die Identität des Kontoinhabers zu bestätigen. Wenn die Prüfung erfolgreich ist, werden die Vermögenswerte freigegeben; andernfalls wird das Konto einer eingehenden Untersuchung unterzogen.
Warum Kriminelle Krypto wählen und wie sie gestoppt werden
Att Thongyai Asavanund, Vorsitzender der Thai Digital Asset Operators Association (TDO), erläuterte die Logik hinter den Maßnahmen der Behörden.
Ihm zufolge nutzen kriminelle Gruppen oft ein mehrstufiges Schema:
1. Gestohlene Gelder werden auf Dutzende normaler Bankkonten verteilt.
2. Anschließend wird das Geld auf einer einzigen „sauberen“ Wallet konsolidiert.
3. Danach erfolgt eine sofortige Konvertierung in Kryptowährungen und der Transfer ins Ausland.
„Der Speed Bump soll die Geschwindigkeit brechen, auf die kriminelle Netzwerke angewiesen sind“, betonte der TDO-Chef. Ohne die Möglichkeit einer sofortigen Auszahlung verliert das Schema seine Wirksamkeit, da die Strafverfolgungsbehörden ein Zeitfenster für die Beschlagnahmung der Vermögenswerte erhalten.
Die Kehrseite: Herausforderungen für das legale Geschäft
Trotz der positiven Ziele räumt die TDO ein, dass es ernsthafte Nebenwirkungen gibt. Strenge Regulierung erzeugt eine erhebliche operative Belastung für lizenzierte Plattformen:
— Kostensteigerung: Unternehmen müssen mehr Personal für die manuelle Moderation und Verifizierung einstellen.
— Unannehmlichkeiten für Trader: Gesetzestreue Kunden beklagen Verzögerungen und übermäßige Bürokratie bei der Wallet-Registrierung.
— Anpassung der Kriminalität: Kriminelle Gruppen versuchen bereits, die Maßnahmen zu umgehen, indem sie neue Personen anwerben, um nach der Blockierung alter Konten Ersatzkonten zu eröffnen.
Travel Rule: Ein globaler Trend in Thailand
Die verschärfte Kontrolle in Thailand steht im Einklang mit globalen Standards. Die thailändische Börsenaufsichtsbehörde (SEC) hat begonnen, die „Travel Rule“ streng durchzusetzen.
Kryptodienstleister sind nun verpflichtet, nicht nur Transaktionen abzuwickeln, sondern auch vollständige Identifikationsdaten sowohl vom Absender als auch vom Empfänger zu erfassen. Dies macht den thailändischen Markt für digitale Vermögenswerte zu einem der transparentesten in der Region, aber auch zu einem der komplexesten für die anonyme Nutzung.