Die Kryptowährungsbörse Binance geriet in Südkorea unter Druck, nachdem sie nur einen geringen Teil der beim Hack ihrer Plattform Upbit gestohlenen Gelder eingefroren hatte. Dieser Vorfall wirft Fragen zur langsamen Reaktion der Börse und ihren begrenzten Maßnahmen zur Einfrierung von Vermögenswerten auf.
Einfrieren von Geldern und Verzögerungen
Die südkoreanische Polizei forderte Binance auf, die bei dem Hack von Upbit gestohlenen Kryptowährungen einzufrieren. Der Hack führte zu erheblichen Verlusten. Die Behörden beantragten die Einfrierung von rund 470 Millionen Won (ca. 370.000 US-Dollar) in Solana. Binance fror jedoch nur 80 Millionen Won ein, was lediglich 17 % des beantragten Betrags entspricht. Die Börse begründete die Verzögerung mit dem Bedarf an zusätzlicher Überprüfung des Antrags.
Auf die Frage nach ihrem Vorgehen und den Verzögerungen erklärte Binance: „Unsere Position bleibt unverändert: Wir werden weiterhin gemäß den geltenden Verfahren mit den zuständigen Behörden und Partnern kooperieren.“
Hacker und Währungsumwandlung
Die Ermittler stellten schnell fest, dass die Hacker, die den Angriff verübt hatten, den Großteil der gestohlenen Solana in Ethereum umgetauscht hatten, vermutlich aufgrund der hohen Liquidität von Ethereum. Der Gesamtschaden wurde auf etwa 54 Milliarden Won bzw. 37 Millionen US-Dollar geschätzt. Upbit erklärte seinerseits, dass alle betroffenen Nutzer eine vollständige Entschädigung erhalten würden.
Kritik an der langsamen Reaktion
Kryptowährungsexperten kritisierten die langsame Reaktion von Binance auf den Vorfall. Cho Jae-woo, Direktor des Blockchain Research Institute an der Hansung University, betonte, dass eine schnelle Reaktion im Falle eines Hackerangriffs entscheidend sei. Er kritisierte die Börsen für ihr Zögern aufgrund rechtlicher Bedenken.
„Um Schäden durch einen Hackerangriff zu verhindern, ist ein schnelles Einfrieren der Konten notwendig. Börsen führen jedoch häufig das Risiko von Rechtsstreitigkeiten als Rechtfertigung für ihre Vorsicht an“, sagte er. <<<<
Vorschlag zur Einrichtung einer globalen Hotline
Cho schlug außerdem die Einrichtung einer globalen Hotline zwischen den Kryptobörsen vor, um Gelder einzufrieren, bevor sie verschwinden. Dies könnte die Verluste der Nutzer deutlich reduzieren und die Sicherheit im Kryptowährungsbereich verbessern.
Zusammenfassend
Die Hackerangriffe auf Binance und Upbit unterstreichen, wie wichtig es ist, dass Kryptobörsen schnell auf Sicherheitsvorfälle reagieren. Angesichts der zunehmenden Bedrohungen durch Hacker und Betrüger müssen Börsen entschlossenere Maßnahmen ergreifen, um ihre Nutzer und deren Gelder zu schützen.