Die Kryptowährungsbörse Bybit kündigte ihre Rückkehr auf den britischen Markt mit einer abgespeckten Plattform an, die sich auf Spot- und P2P-Handel konzentriert. Dieser Schritt folgt auf den Rückzug des Unternehmens vom britischen Markt Ende 2023 aufgrund verschärfter Vorschriften der britischen Finanzaufsichtsbehörde (FCA) zur Bewerbung von Finanzdienstleistungen.
Partnerschaft mit Archax
Laut einer Pressemitteilung, die Cointelegraph vorliegt, startet Bybit seine Dienste in Partnerschaft mit Archax, einem von der FCA autorisierten Unternehmen. Bybit verfügt somit über keine eigene Registrierung oder Autorisierung in Großbritannien, was Fragen zur Legitimität und Zuverlässigkeit dieses Vorgehens aufwirft.
Produkte für den britischen Markt
Bybit betont, dass der Neustart in Großbritannien ein Schritt zur Einhaltung der verschärften Vorschriften für Marketing, Kundengewinnung und Produktentwicklung im Kryptobereich ist. Die Börse legt besonderen Wert auf die Einhaltung der Anti-Geldwäsche- (AML) und Know-Your-Customer-Vorschriften (KYC).
Anpassung an lokale Anforderungen
Das Unternehmen gibt an, dass zukünftige Produkte für Nutzer in Großbritannien an den lokalen Markt angepasst werden, jedoch innerhalb des geltenden regulatorischen Rahmens bleiben. Es ist wichtig zu betonen, dass die Plattform derzeit keine Derivate oder risikoreiche Hebelprodukte anbietet. Bybit weist zudem auf die Risiken hin und warnt Nutzer vor dem möglichen Totalverlust ihrer Investitionen. Ein Schutz durch das britische Einlagensicherungssystem (FSCS) oder den Ombudsmann besteht jedoch nicht.
Abnehmendes Interesse an Kryptowährungen in Großbritannien
Trotz Bybits optimistischer Behauptung, die Nutzung von Kryptowährungen in Großbritannien sei auf 8 % gestiegen, zeigt die jüngste Studie der britischen Finanzaufsichtsbehörde (FCA), dass der Anteil der Kryptowährungsbesitzer von 12 % auf 8 % gesunken ist. Darüber hinaus haben neue Nutzer weniger Interesse an spekulativen Token gezeigt, was auf ein insgesamt sinkendes Interesse an Kryptowährungen hindeuten könnte.
Fragen zur „Verantwortungsvollen Innovation“
Bybits Markteintritt ohne direkte Aufsicht der FCA wirft Fragen auf, ob es sich hierbei um echte „verantwortungsvolle Innovation“ oder um regulatorische Arbitrage unter einer britischen Marke handelt. Bybit hat bisher nicht beantwortet, wie das Unternehmen die Einhaltung der neuen Regeln und Anforderungen umsetzen wird.
Fazit
Bybits Rückkehr auf den britischen Markt durch eine Partnerschaft mit Archax eröffnet Nutzern neue Möglichkeiten, wirft aber auch wichtige Fragen zur Regulierung und Sicherheit auf. Anleger sollten die Situation genau beobachten und alle mit dem Handel auf der Plattform verbundenen Risiken berücksichtigen.