
Die russische Zentralbank hat Pläne zur Bekämpfung anonymer Kryptobetrüger angekündigt, die Bankkarten aktiv für illegale Transaktionen missbrauchen. Ab 2026 sind alle Kreditinstitute verpflichtet, die individuellen Steueridentifikationsnummern (ITINs) ihrer Kunden mit deren Bankkonten zu verknüpfen – sowohl mit neuen als auch mit bestehenden.
Antidrop-Plattform
Die stellvertretende Gouverneurin der Zentralbank, Olga Polyakova, erklärte, die Verknüpfung der Steueridentifikationsnummern sei für die neue Antidrop-Plattform notwendig, deren Start für 2027 geplant ist. Diese Plattform nutzt die Steueridentifikationsnummern, um sogenannte „Dropper“ zu identifizieren – Personen, deren Bankkarten von Betrügern für Geldtransfers missbraucht werden.
So funktionieren Dropper-Betrugsmaschen
Häufig werden gestohlene Gelder von Opfern zunächst auf die Karte des Droppers überwiesen, die dann zum Kauf von Kryptowährungen oder umgekehrt zum Umtausch digitaler Vermögenswerte in Fiatwährung verwendet wird. Die Antidrop-Plattform erkennt automatisch, wessen Karte jeweils verwendet wird, und vereinfacht so die Kundenverifizierung erheblich.
Erwartungen an Geschäftsbanken
Die Zentralbank erwartet von Geschäftsbanken, dass sie fehlende Kundendaten mithilfe der Tools des Föderalen Steuerdienstes selbstständig erfassen können, ohne dass Kontoinhaber zusätzliche Maßnahmen ergreifen müssen. Dies soll den Identifizierungsprozess vereinfachen und die Sicherheit von Finanztransaktionen verbessern.
Änderungen beim Zugang zu digitalen Vermögenswerten
Der stellvertretende Vorsitzende der Zentralbank, Wladimir Tschistjuchin, erklärte zuvor, dass die Aufsichtsbehörde die Abschaffung des Konzepts der besonders qualifizierten Anleger erwägt. Dies könnte den Handel mit digitalen Vermögenswerten einem breiteren Publikum zugänglich machen, was sich auch auf den Markt und seine Regulierung auswirken wird.
Fazit
Die Initiativen der Zentralbank Russlands zur Verknüpfung von Steueridentifikationsnummern (TINs) mit Bankkonten und zur Einführung der Antidrop-Plattform zielen darauf ab, Kryptobetrug zu bekämpfen und die finanziellen Interessen der Bürger zu schützen. Diese Maßnahmen könnten die Sicherheit im Kryptowährungssektor deutlich verbessern und die Aufsicht über Finanztransaktionen verstärken.



