Coinbase, eine der weltweit größten Kryptowährungsbörsen, hat nach über zweijähriger Pause die Nutzerregistrierung in Indien wieder aufgenommen. Dies ist der erste Schritt zur Rückkehr auf den indischen Markt, den das Unternehmen 2023 aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit den Regulierungsbehörden über Zahlungssysteme abrupt verlassen hatte.
Rückkehr auf den Markt
Die Börse nimmt ab sofort wieder Registrierungsanträge entgegen und ermöglicht den Handel mit Kryptowährungen. Wie John O'Loghlen, Direktor für den asiatisch-pazifischen Raum, letzte Woche auf der India Blockchain Week ankündigte, plant Coinbase, im nächsten Jahr wieder Fiatwährungen zu akzeptieren. Diese Rückkehr wurde durch langwierige Verhandlungen und eine Anpassung der regulatorischen Strategie des Unternehmens ermöglicht.
Vorgeschichte der Auseinandersetzung
Die Rückkehr von Coinbase nach Indien ist das Ergebnis eines langjährigen Konflikts, der 2022 begann, als die Börse ihren Service in dem Land mit Unterstützung für die Unified Payments Interface (UPI) einführte. Nur wenige Tage nach dem Start musste Coinbase diese Funktion jedoch wieder entfernen, nachdem sich der Netzbetreiber öffentlich von der Börse distanziert hatte. Daraufhin stellte Coinbase seine Dienste vollständig ein, trennte Millionen indischer Nutzer vom Netz und blockierte den lokalen Zugriff, während das Unternehmen die regulatorischen Risiken prüfte.
Ein neuer Regulierungsansatz
John O'Loghlen merkte an, dass das Unternehmen einen komplett neuen Ansatz verfolgt und begonnen habe, direkt mit der Financial Intelligence Authority of India (FIAI) zusammenzuarbeiten, der Behörde, die für die Überwachung von Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten zuständig ist. Coinbase hatte sich Anfang des Jahres bei der FIAI registriert und im Oktober mit seinem Early-Access-Programm begonnen, Nutzer zuzulassen.
Die App ist nun für die Öffentlichkeit verfügbar, der Handel ist jedoch weiterhin auf Kryptowährungspaare beschränkt, bis Fiatwährungen wieder eingeführt werden.
Herausforderungen des Marktes
Indien bleibt einer der schwierigsten Märkte für Kryptobörsen. Grund dafür sind eine pauschale Steuer von 30 % auf Gewinne aus Kryptowährungstransaktionen, ein Verbot der Verlustkompensation und eine Transaktionsgebühr von 1 %, die das Handelsvolumen erheblich reduziert. Diese Faktoren stellen Unternehmen, die in Indien tätig sind, vor zusätzliche Herausforderungen.
Investieren in die Zukunft
Trotz regulatorischer Unsicherheit investiert Coinbase weiterhin in Indien. Die Venture-Capital-Sparte des Unternehmens hat kürzlich ihre Beteiligung an der lokalen Börse CoinDCX erhöht und damit die langfristigen Pläne für den indischen Markt unterstrichen.
Die Rückkehr von Coinbase nach Indien könnte daher nicht nur für die Börse selbst, sondern auch für den gesamten indischen Kryptowährungsmarkt ein wichtiger Schritt sein und neue Möglichkeiten für Nutzer und Investoren eröffnen.