
Die Schweiz hat beschlossen, die Umsetzung der Regeln zum automatischen Austausch von Informationen über Kryptokonten mit ausländischen Steuerbehörden bis 2027 zu verschieben. Dieser Entscheidung gingen laufende Gespräche darüber voraus, welche Länder dem Datenaustausch unterliegen sollen.
Regeln des Crypto-Asset Reporting Framework (CARF)
Die Regeln des Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) werden zwar am 1. Januar 2026 in Schweizer Recht verankert, treten aber erst in mindestens einem Jahr in Kraft. Dies gaben der Schweizer Bundesrat und das Staatssekretariat für Internationale Finanzen am Mittwoch bekannt.
In der Erklärung wurde außerdem darauf hingewiesen, dass der Steuerausschuss der Schweizer Regierung die Gespräche über die Partnerländer, mit denen der Datenaustausch im Rahmen von CARF geplant ist, ausgesetzt hat. Dies ist einer der Gründe für die Verzögerung bei der Umsetzung der neuen Regeln.
Globale OECD-Initiative
CARF wurde 2022 von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) als Teil einer globalen Initiative zum Austausch von Krypto-Kontodaten mit Partnerregierungen verabschiedet. Ziel dieser Initiative ist die Bekämpfung von Steuerhinterziehung über Krypto-Plattformen.
Die Schweizer Regierung hat zudem mehrere Änderungen der nationalen Krypto-Steuergesetze angekündigt, die die Einhaltung der CARF-Vorschriften für inländische Krypto-Unternehmen vereinfachen sollen.
Zukunftspläne
Im Juni legte der Schweizer Bundesrat einen Gesetzentwurf zur Einführung der CARF-Regelungen im Januar 2026 vor. Der erste Austausch von Krypto-Kontodaten ist für 2027 geplant. Wann genau dieser Datenaustausch stattfinden wird, ist derzeit jedoch noch unklar.
Aktuell haben sich 75 Länder, darunter die Schweiz, verpflichtet, CARF innerhalb der nächsten zwei bis vier Jahre einzuführen. Argentinien, El Salvador, Vietnam und Indien gehören laut OECD zu den Ländern, die CARF noch nicht unterzeichnet haben.
Fazit
Die Verzögerung beim Informationsaustausch über Kryptowährungssteuern in der Schweiz verdeutlicht die Komplexität und Vielschichtigkeit der Problematik rund um die Regulierung von Kryptoassets. Angesichts der weltweiten Bemühungen um Transparenz und der Bekämpfung von Steuerhinterziehung arbeitet die Schweiz weiterhin an einem effektiven System, das internationalen Standards entspricht und die Interessen des Staates sowie von Kryptounternehmen gleichermaßen schützt.



