Am 28. November 2025 setzte die Chicago Mercantile Exchange (CME) den Handel mit Futures und Optionen aufgrund einer Störung in ihren CyrusOne-Rechenzentren aus. Die Betreibergesellschaft CME Group gab bekannt, dass die Störung mit der Kühlung der Rechenzentren zusammenhing und zu einer mehrstündigen Handelsunterbrechung führte.
Gründe für die Störung
Laut einer Erklärung der CME Group: „Aufgrund von Kühlungsproblemen in den CyrusOne-Rechenzentren ist der Handel derzeit ausgesetzt. Unser Support-Team arbeitet mit Hochdruck an der Behebung des Problems und wird die Kunden über die voraussichtliche Wiedereröffnung informieren, sobald diese feststeht.“ Dieser Vorfall betraf nicht nur die CME, sondern auch andere Plattformen wie den EBS Market für den Interbanken-Devisenhandel und die Bursa Malaysia Derivatives Berhad (BMD), die für den Handel mit Palmöl-Futures-Kontrakten auf die Globex-Infrastruktur angewiesen ist.
Auswirkungen auf den Markt
Die Störung der CME könnte erhebliche Auswirkungen auf den Aktienmarkt haben. Nick Tweedale, Chefmarktstratege bei AT Global Markets, kommentierte gegenüber Bloomberg: „Händler werden, wo immer möglich, auf alternative Liquiditätsinstrumente zurückgreifen. Wir haben eine der wichtigsten Liquiditätsquellen des Marktes verloren. Dies erhöht das Risiko eines starken Preisanstiegs im Falle eines bedeutenden Ereignisses.“
Der aktuelle Vorfall hat die Dauer des vorherigen größeren Ausfalls im Jahr 2019 bereits überschritten, als die Märkte für etwa drei Stunden nicht erreichbar waren. Infolge des Ausfalls stiegen die WTI-Rohöl-Futures um 0,7 % und die Brent-Rohöl-Futures um 0,4 %.
Markt vorerst abwartend
Christopher Forbes, Leiter Asien und Naher Osten bei CMC Markets, fügte gegenüber Reuters hinzu, dass Broker ein erhebliches Risiko eingehen, indem sie Preise blindlings bilden. Seiner Ansicht nach dürfte die Markteröffnung volatil verlaufen, was zu unerwarteten Preisbewegungen führen könnte.
Angesichts dieser Unsicherheit werden Händler und Investoren die Situation genau beobachten und sich auf mögliche Marktveränderungen vorbereiten. Es wurde bereits berichtet, dass FanDuel und die CME Group die Einführung eines Prognosemarktes planen, der ebenfalls von den aktuellen Problemen betroffen sein könnte.
Fazit
Der Ausfall an der Chicago Mercantile Exchange unterstreicht die Bedeutung einer zuverlässigen Infrastruktur für das Funktionieren der Finanzmärkte. In einem Umfeld, in dem Liquidität von entscheidender Bedeutung ist, können solche Vorfälle weitreichende Folgen für Händler und Investoren haben. Die CME Group arbeitet weiterhin an der Wiederherstellung des Normalbetriebs ihrer Plattformen, und die Händler hoffen auf eine schnelle Lösung.