Laut Reuters erlebt das Bitcoin-Mining (BTC) in China trotz des offiziellen Verbots seit 2021 einen deutlichen Aufschwung. Nachdem China fast vollständig von der globalen Bühne verschwunden war, eroberte es sich bis Oktober 2023 den dritten Platz unter den größten Bitcoin-Mining-Märkten zurück und erreichte laut Hashrate-Index einen geschätzten Anteil von 14 % am globalen Mining.
Gründe für den Aufstieg des Minings in China
Chinas Rückkehr unter die führenden Bitcoin-Mining-Länder ist auf die Aktivitäten von Minern und Unternehmen zurückzuführen, die weiterhin in Regionen mit reichlich Strom operieren. Dies gilt insbesondere für Xinjiang, wo der Stromüberschuss und der rasante Bau von Rechenzentren günstige Bedingungen für das Mining schaffen.
Von Reuters befragte Miner gaben an, dass der Stromüberschuss in Regionen wie Xinjiang und Sichuan die Entstehung neuer Untergrundprojekte begünstigt. Einige ehemalige Miner sind zurückgekehrt und tragen so zusätzlich zum Wachstum des Mining-Volumens bei. Der Datenanbieter CryptoQuant schätzt, dass sich 15 bis 20 % der weltweiten Bitcoin-Mining-Kapazität in China befinden.
Auswirkungen auf den Hardwaremarkt
Laut Reuters verzeichnet Canaan, ein führender Hersteller von Mining-Hardware, einen deutlichen Anstieg der Inlandsverkäufe. Grund dafür sind die steigenden Bitcoin-Preise und die Unsicherheit bezüglich der US-Zölle, die zu einem Rückgang der Nachfrage nach Ausrüstung im Ausland geführt hat.
Änderungen im Regierungsansatz
Obwohl die chinesische Regierung ihre Haltung zum Kryptowährungs-Mining offiziell noch nicht geändert hat, scheint ihr Ansatz liberaler zu werden. Hongkongs Stablecoin-Gesetzgebung und die Diskussionen über Yuan-gedeckte Stablecoins deuten auf einen flexibleren Umgang mit digitalen Vermögenswerten hin. Dies könnte darauf hindeuten, dass die chinesischen Behörden das Potenzial von Kryptowährungen und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft allmählich erkennen.
Hashpreis und seine Auswirkungen auf das Mining
Der Bitcoin-Hashpreis hat mit 34,2 US-Dollar pro PH/s ein Allzeittief erreicht. Er spiegelt den Gewinn wider, den ein Miner mit einer bestimmten Hashrate erzielen kann, und wird von vier Hauptfaktoren bestimmt: der Netzwerk-Schwierigkeit, dem Bitcoin-Kurs, der Blockvergütung und den Transaktionsgebühren. Normalerweise steigt der Hashpreis mit dem Bitcoin-Kurs, doch die aktuelle Marktlage zeigt, dass es für Miner zunehmend schwieriger wird, Gewinne zu erzielen.
Fazit
Chinas Rückkehr auf den dritten Platz im Bitcoin-Mining unterstreicht die Dynamik und Volatilität des Kryptowährungsmarktes. Trotz offizieller Verbote wächst das Mining im Land dank erschwinglicher Strompreise und der veränderten Haltung der Regierung gegenüber digitalen Vermögenswerten weiter. Dieses Ereignis könnte erhebliche Auswirkungen auf die Zukunft der Kryptoindustrie in China und darüber hinaus haben.