Die Krypto-Community fiebert einem wichtigen Ereignis entgegen: Der Digital Asset Market Transparency Act (CLARITY Act) soll voraussichtlich am 15. Januar 2026, also bereits nächste Woche, dem US-Senat offiziell vorgelegt werden. Senator Tim Scott gab dies bekannt und bestätigte, dass die sechsmonatige Arbeit am Gesetzestext abgeschlossen sei und der Ausschuss nun bereit für die Beratungen sei.
Dieses Ereignis könnte einen Wendepunkt für den Markt darstellen, der seit Langem klare und verständliche Spielregeln fordert.
Der Weg zur Unterzeichnung des Gesetzes
Der CLARITY Act ist kein neuer Gesetzesentwurf. Das Repräsentantenhaus hat ihn bereits im Juli 2025 verabschiedet. Die aktuellen Senatsverfahren zielen darauf ab, das Gesetz ohne Änderungen zu verabschieden. Sollte dies gelingen, würde der Gesetzesentwurf direkt Präsident Donald Trump zur Unterzeichnung vorgelegt, wodurch der langwierige Prozess der Abstimmung zwischen den beiden Kammern des Kongresses umgangen würde.
Die Aussage von Senator Scott bestätigt frühere Andeutungen von David Sachs, dem „Krypto-Zaren“ des Weißen Hauses und Sonderberater des Präsidenten für Technologie und KI, der bereits im Dezember Anhörungen im Januar angedeutet hatte.
Kontroverse Punkte und Meinungsverschiedenheiten zwischen den Parteien
Trotz des allgemeinen Wunsches nach Regulierung konnte noch kein Konsens erzielt werden. Der Gesetzentwurf wird seit Mai 2025 in der Branche diskutiert, und die Expertenmeinungen gehen auseinander.
Optimistische Sicht: Gabriel Shapiro, Gründer von MetaLeX, glaubt, dass die USA kurz vor der Verabschiedung „klarer Regeln“ stehen. Er hält einen Kompromiss trotz der Schwierigkeiten bei der Regulierung illegaler Finanzströme für möglich.
Skeptische Sicht: Alex Thorne von Galaxy Digital ist weniger optimistisch. Nach den jüngsten Treffen im Senat bezweifelte er, dass aufgrund zahlreicher ungeklärter Fragen bald eine Einigung erzielt werden könne.
Das Haupthindernis sind die Forderungen der Demokraten. Sie drängen auf weitreichende Änderungen, die DeFi-Projekte zur Einhaltung von Sanktionsregimen verpflichten und verdächtige Transaktionen automatisch blockieren. Zudem schlagen sie vor, dem Office of Foreign Assets Control (OFAC) zusätzliche Befugnisse zur Bekämpfung krimineller Organisationen zu erteilen.
Die Auswirkungen der Unsicherheit auf den Markt
Während die Gesetzgeber debattieren, steht der Markt unter Druck. Verzögerungen bei der Verabschiedung des CLARITY Act wirken sich unmittelbar auf die Stimmung der Anleger aus. Analysten von CoinShares führen den jüngsten Kapitalabfluss aus Kryptofonds (fast 1 Milliarde US-Dollar) auf die Erwartung dieses Gesetzes zurück.
John D'Agostino von Coinbase Institutional mahnt zur Geduld. Seiner Meinung nach bestehe kein Grund zur Eile: „Dies ist ein grundlegendes Gesetz. Es legt den Grundstein dafür, dass Kryptowährungen zu einer echten Anlageklasse werden.“
Die Digital-Asset-Branche steht somit am Beginn einer neuen Ära der Regulierung, und die kommende Woche im US-Senat wird entscheidend für die Zukunft des Kryptomarktes sein.