Bitcoin wird vorgeworfen, unreif zu sein, weil es negativ (oder positiv) auf Gerüchte reagiert. Das ist nicht wahr, und wir haben das mit Daten bewiesen.
Der Bitcoin-Markt ist keineswegs so unreif, wie seine Kritiker es gerne hätten. Das Gerücht, das gestern Abend kursierte, dass Interpol an CZ auf Binance interessiert sein könnte, führte kurzfristig zu einem Verlust von etwa 3 % - ein Grund für diejenigen, die glauben, dass es sich um einen finanziell unausgereiften Markt handelt, der von Markttrotteln getrieben und betrieben wird, die das Echte nicht vom Falschen unterscheiden können.
Für diejenigen, die erst vor kurzem in den Markt eingestiegen sind, mag dies durchaus zutreffen, aber in traditionelleren, reiferen Märkten mit einer langen Geschichte zeigen uns Fake News das Gegenteil: Der Markt wird von Nachrichten beeinflusst und reagiert darauf, egal ob sie wahr oder falsch sind, solange sie glaubwürdig sind. In der Tat war das Verhalten von bitcoin gestern fast lobenswert.
Gerüchte: Kreuz und Marktfreude
Gerüchte und Märkte haben eine lange Geschichte. Sie gehen Hand in Hand, seit die ersten europäischen Börsen entstanden sind, sobald wir das Mittelalter hinter uns gelassen hatten. Eine rechtzeitige Reaktion auf negative oder positive Nachrichten gibt der Wirtschaft einen enormen Auftrieb, der letztlich die Händler beherrscht.
Steve Jobs und der Herzinfarkt, der nie stattfand
Am 3. Oktober 2008 wurde über iReport, eine mit CNN verbundene Website, die Nutzernachrichten veröffentlicht, berichtet, dass Steve Jobs, der damalige CEO von Apple, einen Herzinfarkt erlitten habe und auf die Intensivstation verlegt worden sei. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Virus und der Aktienkurs von AAPL verlor innerhalb weniger Minuten zweistellig. An den Gerüchten war nichts Substantielles dran, und sie wurden von den direkt Beteiligten weder bestätigt noch dementiert.
Oracle-Aktienkurs fällt, weil der CFO zurücktritt und er nicht zurücktritt
Was mit dem Aktienkurs von Oracle im November 2000 geschah, war unglaublich. Im gleichen Zeitraum gab es einen Doppelschlag: erst die Fehltritte an der Nasdaq und dann das Gerücht über den Rücktritt des Finanzchefs. Was war die Folge? Erst -29%, dann -13%, das Halbfinalergebnis. Wieder Gerüchte ohne klare Grundlage. Und die Bedenken über eine Überreaktion des Marktes gab es schon, als bitcoin noch zehn Jahre alt war. Tatsächlich schreibt ZDNET, dass die Anleger angesichts der Fülle von Marktinformationen im Fernsehen und im Internet, von denen einige aus unbekannten Quellen stammen, anfällig für Marktgerüchte sind.
Es hat schon raffiniertere Betrügereien gegeben: der Fall Emulex
Es gab auch schon raffiniertere Betrügereien, wie im Fall der Emulex Corp. Im August 2000 beschloss ein ehemaliger Mitarbeiter von Internet Wire, einem Anbieter von Pressemitteilungen, eine gefälschte Pressemitteilung über den Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden von Emulex herauszugeben, um kurzfristige Verluste in Höhe von etwa 100.000 Dollar wieder hereinzuholen. Die Nachricht wurde von Bloomberg und vielen anderen Nachrichtenseiten nachgedruckt, was dazu führte, dass die Aktien des Unternehmens innerhalb von 16 Minuten mehr als 50 % einbüßten und die Marktkapitalisierung um mehr als 2 Milliarden Dollar sank.
Der ehemalige Mitarbeiter von Internet Wire wurde daraufhin zu mehr als 40 Monaten Gefängnis verurteilt.
Es gibt also eine Möglichkeit und einen Weg, bestimmte Nachrichten zu melden. Wenn wir Informationen über die Existenz bestimmter Gerüchte veröffentlichten, bezeichneten wir sie unmissverständlich als unbestätigte Gerüchte und forderten unsere Leser auf, uns zu folgen, um auf dem Laufenden zu bleiben.